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Alltag, Entwicklung, Fragen / Hochbegabt und nun?
« Letzter Beitrag von Hypero am September 20, 2018, 23:32:06 Nachmittag »
Hallo.

Bin neu hier und freue mich schon sehr über einige Gleichgesinnte. b)

Zu meiner Person: Bin 28 Jahre alt und hab' schon einiges durchgemacht, da ich recht exzentrisch bin und es mir sehr schwer fällt Kontakte zu knüpfen. Habe auch keinerlei Selbstvertrauen und einen IQ-Test habe ich auch noch nicht gemacht und bin hier nur gelandet, weil meine Lehrer im Abitur von mir recht begeistert waren, da ich angeblich eine sehr hohe Auffassungsgabe habe, was mir selbst wohl entgangen ist.

Ich bin schon als Kind in der zweiten Klasse sitzen geblieben, da ich total unaufmerksam war, bzw. ein "Eigenbrödler". Es hieß meistens "Ich kann...möchte aber nicht". Man kann sich in etwa ausmalen, wie man gemobbt wird, wenn man schon in der zweiten Klasse sitzen bleibt. Anschließend hab ich es auf die Hauptschule geschafft :D Hätte bestimmt nicht viel gefehlt für eine "Sonderpädagogische Schule".

Nach und nach hab ich jedoch gemerkt, dass ich wohl wesentlich mehr Stoff auffassen kann als andere. Habe von der Hauptschule bis zum Abitur nur auf dem letzten Drücker gelernt und meistens hatte ich keinen Ordner. Lernen ist für mich wie psychische Folter, weil es so gezwungen ist. Habe viele Bücher nebenbei während der Abschlussphase des Abiturs gelesen wie zum Beispiel "1984" von George Orwell und mich ständig mit anderen Sachen abgelenkt. Für die Matheprüfung habe ich nur drei Tage - jeweils sieben Stunden am Stück - gelernt. Ein Themengebiet pro Tag. Für den Rest nur kurz die Blätter überflogen...

War natürlich Neuland für mich diese Annerkennung nach dem Abitur. War jetzt klassen-faulster, aber trotzdem einer der klassenbesten. Jetzt werde ich eher wegen meiner angeblichen Klugscheißerei angefeindet, bzw. wegen den vielen Sachen die ich mache: Klassische Gitarre, Sprachen, Technik, Literatur, Sport, Schach, Videoprogramme... Hoffe das klingt nicht Arrogant? :(



Doch wie soll man sein Potenzial entfalten, wie sind eure Erfahrungen? Damals dachte ich man wird ein steinreicher Kerl im Anzug, wenn man viel Hirnmasse hat, aber es kann auch der Gegenteil der Fall sein ??? Deshalb weiß ich nicht, was ich mit meiner Hochbegabung so recht anfangen soll? Gibt es bestimmte Förderungswerke? Oder einfach sein Leben "normal" weiterleben wie zuvor? Mit den Jahren habe ich gelernt mich ein wenig zurück zu halten, bzw. mich irgendwie "durchzuschlendern". Lohnt es sich die Hochbegabung amtlich durch einen Test bestätigen zu lassen?

Lg





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Alltag, Entwicklung, Fragen / Re: Hochbegabung im Job
« Letzter Beitrag von steffen am September 07, 2018, 10:10:36 Vormittag »
Also diese Abwehrmechanismen habe ich gar nicht. Aber irgendwie weiß sich mein Therapeut auch nicht zu helfen. :/
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Alltag, Entwicklung, Fragen / Re: Hochbegabung im Job
« Letzter Beitrag von regina fenk am September 07, 2018, 07:40:39 Vormittag »
vielleicht ist es für einen nicht hb psychotherapeuten auch schwer, diese abwehrmechanismen zu erkennen.

manche hb kinder erkennen ja sehr schnell, was der therapeut hören will und sagen dann genau das. der therapeut findet, das kind arbeitet super mit - nur leider bleibt es an der oberfläche, also rein kognitiv.

ob sich dadurch im verhalten/ befinden nachhaltig etwas ändert, sei dahin gestellt.


aber bei erwachsenen ist er vielleicht einfacher, weil die selbst ihre abwehrstrategien sehen können und bewusst daran arbeiten können.
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Alltag, Entwicklung, Fragen / Re: Hochbegabung im Job
« Letzter Beitrag von Bika am September 06, 2018, 10:25:57 Vormittag »
ich schiebe noch das Wort
Erfahrung
hinterher :-[
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Alltag, Entwicklung, Fragen / Re: Hochbegabung im Job
« Letzter Beitrag von Bika am September 06, 2018, 10:24:34 Vormittag »
Hallo Steffen,

Hier ist es kurz und prägnant aufgeführt:

https://www.apotheken-umschau.de/Adhs

Gute Psychotherapeuten, die sich die Mühe machen, außerhalb der standardisierten Therapiekonzepte, die Abwehrmechnismen von Hochbegabten zu durchbrechen, sind aber rar gesät.
So meine persönliche, das muß ich ehrlich sagen.

Es gibt sie aber.


LG
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Alltag, Entwicklung, Fragen / Re: Hochbegabung im Job
« Letzter Beitrag von steffen am September 05, 2018, 09:52:47 Vormittag »
Bei mir wurde das AD(H)S ziemlich sicher diagnostiziert.
Obwohl, man sagte mir dort auch, dass ich nicht hochbegabt sei.
Später bei Mensa hatte ich dann einen IQ von 140.
Haben die sich eventuell geirrt?

Aber warum ist es überhaupt so schwierig in den Antwortmodus bzw. Vergangenheitsmodus umzuschalten? Vielleicht doch wegen ADS?

Es gibt da übrigens ein interessantes Phänomen. Ständig wenn ich eine monotone Arbeit mache, versuche ich diese Arbeit zu automatisieren oder viel effizienter zu machen. Und das kostet dann auch Zeit. Außerdem beschäftige ich mich teilweise mit sehr komplexen drängenden Problemen der Kollegen. Ich möchte das tun, was der Firma am besten hilft. Der Chef fragt sich dann, was ich da eigentlich mache???? Ich denke, dass ich als Selbständiger sehr gut aufgehoben bin. Musste aber noch meine Angststörung (durch Mobbing verursacht) und Depression überwinden. Ich brauche viel Kraft für die Selbständigkeit. Aber am Ende wird alles gut, oder? :)

Ich nehme seit heute übrigens 20 mg Medikinet.
Seit Jahren mal wieder.

@Bika
Wie therapiert man eine ADS?

@Anekdote
Ja, ich bin sehr gut darin mich selbst zu kritisieren. ;)
Das mit dem Spickzettel muss ich unbedingt machen!
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Chatroom für registrierte User / Re: Unser Chat
« Letzter Beitrag von steffen am September 05, 2018, 09:26:08 Vormittag »
Der Chat ist tot oder? :(
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Alltag, Entwicklung, Fragen / Re: Bitte um Rat bzgl. Verhalten eines knapp 5 Jährigen
« Letzter Beitrag von kagu am September 04, 2018, 12:06:56 Nachmittag »
Herzlichen Dank für deine Antwort.

Er geht erst seit zwei Wochen in den KiGa. Er hat sich sehr gefreut und wirkt auch ausgeglichener. Zumindest unter der Woche.

Wenn er z.B. etwas bastelt, das ihm Spass macht, kann er gut eine oder zwei Stunden konzentriert und ruhig am Tisch sitzen. Auch wenn wir Bücher erzählen, kann er ruhig zuhören. Auch kann er manchmal eine Stunde in seinem Zimmer verschwinden und spielt dann ruhig für sich alleine.

Aber eben seine Frustrationsgrenze ist sooo niedrig. Manchmal darf ich ihn nicht mal ansehen. Wenn es ihm nicht in den Kram passt, flippt er schon deswegen aus...

Abends probieren wir jetzt viel mit Kassetten hören, das scheint ihn oft etwas zu entspannen.

danke jedenfalls für deine Inputs

liebe Grüsse

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Alltag, Entwicklung, Fragen / Re: Bitte um Rat bzgl. Verhalten eines knapp 5 Jährigen
« Letzter Beitrag von regina fenk am September 04, 2018, 08:44:38 Vormittag »
Hallo und willkommen hier im Forum!

Als ich deinen Beitrag gelesen habe, fühlte ich mich ein bisschen in die Kleinkindzeit meiner Kinder zurückversetzt. Diese Gespräche über "Erwachsenenthemen" bei  Mittagessen (z.B. wenn tote Menschen in den Himmel kommen, wieso liegt dann das tote Huhn hier gebraten auf dem Tisch?  p) )
Ich habe immer möglichst ehrlich geantwortet, auch wenn ich damit Freunde schockiert habe... und ich habe auch gesagt, dass es bei manchen themen mehrere meinungen gibt (z.B. gibt es einen gott?) und was ich persönlich davon halte.
bei ängsten habe ich versucht, sie ernst zu nehmen und nicht zu sagen: das passiert eh nicht. sondern eher: es ist unwahrscheinlich, aber wenn es passiert, dann kann man das oder das machen.
wenn die kinder älter werden, wird das ja z.T. einfacher.
in vielen "checklisten" zu hochbegabung ist dieses interesse an komplexen/ erwachsenen Themen ein Merkmal für hb. macht sinn, weil ja intelligente kinder früher zu komplexeren gedankengängen fähig sind.

"gleich mal" ADHS zu vermuten, finde ich ein bisschen voreilig. v.a. als "Ferndiagnose". Ich meine, nur weil er sich gerne und viel bewegt?
geht dein Sohn in einen Kindergarten? wie geht es ihm dort? Kann er sich konzentrieren, wenn ihn etwas interessiert? kann er auch mal motorisch still sitzen?

das mit dem abends nicht abschalten können, kenne ich von meinen kindern nur vor unbekannten situation wie z.B. erster schultag. da war das  verständlich und auch auszuhalten... vielleicht könnt ihr irgendeine entspannungstechnik versuchen, dass er seinen körper spürt und dann den kopf abschalten kann?

und die wutanfälle - willkommen im club. wir hatten immer wieder diese szenen, wenn ein kind unbedigt seinen kopf durchsetzen will. diese "eigenbestimmtheit" ist angeblich auch mit hb verbunden. weil die kinder erfahren, dass sie viel selber checken und lösen können - und da sehen sie dann nicht ein, dass Eltern auch mal das Sagen haben. außerdem lassen sich diese kinder nur sehr schwer zu etwas zwingen, weil sie recht früh erkennen, dass unsere "einflussmöglichkeiten" grenzen haben... bzw. dass wir inkonsequent sind.
bei den wirklich entscheidenden dingen hieß es  dann "ich bin die Mutter und ich bestimme das" - und es wurde eben getobt und geschrien. meinen kinder war es nachher oft peinlich, dass sie ausgerastet sind... und mit dem alter wurde es weniger. nicht, dass sie mehr auf die eltern hören würden, aber sie entwickeln halt andere methoden, um sich durchzusetzen ("ich mach das nicht!").

lg
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Alltag, Entwicklung, Fragen / Bitte um Rat bzgl. Verhalten eines knapp 5 Jährigen
« Letzter Beitrag von kagu am September 03, 2018, 14:56:03 Nachmittag »
Hallo Miteinander

Ich habe eine Frage: es geht um das Verhalten meines knapp 5 Jährigen Sohnes. Wir kommen allmählich an unsere Grenzen. Es geht um massive Wutausbrüche mit Schreien, Hauen, Kicken, Gegenstände werfen etc. Auslöser können Kleinigkeiten sein (z.B. wenn er Süsses will und es nicht bekommt; wenn er etwas tun soll, das er nicht möchte, etc.).
Zudem sind unsere Abende eine Katastrophe. Mein Sohn kann abends absolut nicht abschalten (war schon seit seiner Geburt ein Problem, zurzeit aber wieder ganz schlimm…). Es dauert manchmal bis zu zwei Stunden, bis er endlich schläft. Er hat tausend Fragen und findet einfach keine Ruhe. Mich macht das echt fertig.

Nun war ich in einer Beratung. Und nach 10 min. meinte die Dame: ich würde ihnen eine Abklärung auf ADHS raten.
Ich war sehr überrascht, dass sie diesen Vorschlag äussert, ohne meinen Sohn jemals gesehen zu haben. Es stimmt schon, dass er auch motorisch extrem stark ist und sich sehr auspowern muss.

Die Entwicklung meines Sohnes:
-mein Sohn war ein Schreibaby, hat schon von Beginn an nur wenig geschlafen (z.B. tagsüber maximal 30min, nachts oft ab 3:00 wach etc.).
-er war motorisch immer sehr gut, z.B. mit 18Mt. Trottinett, mit knapp 3 Jahren Fahrrad, heute klettert er, fährt Ski (schon am grossen Lift), Schlittschuhe etc. er braucht sehr viel Bewegung und hat extrem viel Ausdauer.
-er hat eher spät angefangen zu sprechen (erste Worte mit ca. 18 Mt.), hat dann aber direkt alle Laute richtig gesprochen (sch, sp, r, etc.), direkt in der Ich-Form gesprochen
-er konnte mit 3 Jahren seinen Namen selbst schreiben (ohne abschreiben) und hat dann überall "seine" Buchstaben erkannt in anderen Wörtern. Da mich das sehr überrascht hat, habe ich ihm angeboten, auch andere Buchstaben zu lernen. Das hat er abgelehnt.
-er interessiert sich sehr für Gesellschaftsspiele, will aber immer nur die schwierigen Spiele machen (die er ja dann nicht kann...), z.B. Secret Code, ich versuche dann eine "einfache" Variante zu erfinden, damit wir es trotzdem spielen können
-vor Kurzem wollte er wissen, wie man Schach spielt. Er hat sofort verstanden, wie man eine Figur schlagen kann, bzw. wie man sie schützen kann. Ich war total verblüfft...
 
was aber für mich eine grosse Herausforderung ist: er beschäftigt sich mit sehr "erwachsenen" Themen. Als er 2.5 Jahre alt war, starb meine Grossmutter. Ihn beschäftigte dies so sehr, dass er mich wochenlang jeden Abend mit Fragen löcherte: Mama, wo ist Oma jetzt? Kann sie noch laufen, wenn sie gestorben ist? Was passiert, wenn man stirbt? Müssen wir auch mal sterben? etc. Ich versuche jeweils, kindgerecht zu antworten. Aber was ist kindgerecht, wenn ein 2.5 jähriger solche Fragen stellt??? Er wollte dann mit ca. 3.5 Jahren auch wissen, woher die Babies kommen. Und machte dann z.B. solche Überlegungen: Mama, ich glaube, wir werden nach dem Tod wieder dort sein, wo wir auch waren, bevor wir in Mamas Bauch gekommen sind...
Nachdem wir ein Buch über Planeten angeschaut haben, macht er sich grosse Gedanken darüber, dass vielleicht ein Meteorit einschlagen könnte und dies macht ihm jetzt oft Angst.
Ich habe keine Ahnung, ob sein momentanes Verhalten vielleicht auch eine Unterforderung sein könnte (?) oder ob er tatsächlich ADHS hat. Ich weiss nicht, ob er hochbegabt ist. Ich meine, er kann weder schreiben (bis auf ein paar Buchstaben und Zahlen) noch lesen oder rechnen (ausser vielleicht einfache Additionen/Substraktionen).

Habt ihr vielleicht einen Rat für mich? Wie soll ich mit diesem Verhalten umgehen? Wie kann ich gegensteuern? Wie schätzt ihr dieses frühe Interesse an solch komplexen Themen ein?
Haben eure Kinder auch Mühe, einzuschlafen? Abzuschalten am Abend? Was tut ihr dann?

Ich danke euch, liebe Grüsse

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