Autor Thema: Hochbegabung im Job  (Gelesen 43 mal)

Offline steffen

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Hochbegabung im Job
« am: August 09, 2018, 10:15:05 Vormittag »
Hallo,

ich bin ein erwachsener Hochbegabter (IQ = 140) und neu hier im Forum.

Ich suche Rat, da ich auf der Arbeit immer wieder Probleme habe und ich deswegen auch entlassen wurde. Mein Chef bezeichnete mich schon als zerstreuter Professor. Zu meiner Hochbegabung kommt dann nämlich auch noch ADS. In einem Großraumbüro bin ich ständig abgelenkt. Trotzdem bin ich der Meinung, dass die Hauptprobleme durch die Hochbegabung verursacht werden.

Ich habe einen Masterabschluss als Ingenieur und bin dann als Quereinsteiger im Softwarebereich gelandet. Als Grund meiner letzten Entlassung meinte mein Chef einfach nur, dass ich zu zerstreut bin. Ich habe hunderte Interessen und war wohl der einzige Generalist in der Firma. Alle sind Spezialisten und machten in ihrem Leben nichts anderes als IT. Ich interessiere mich für IT, Mathe, Physik, E-Technik, Philosophie, Psychologie, Politik, Kunst und noch vieles andere. Doch wo soll man arbeiten, wenn man in hundert Sachen gut und in keiner sehr gut ist?

Welches sind andere Probleme von Hochbegabten im Joballtag, die mir vielleicht so nicht bewusst waren?

Ein weiteres Problem ist auch, dass ich unter Druck nicht sofort antworten kann. Dabei setze ich mich auch selbst unter Druck. Also wenn der Chef fragt, woran man die letzten zwei Tage gearbeitet hat, dann brauche ich erstmal 20 s Bedenkzeit. Aber diese Zeit nehme ich mir nicht, und stottere rum, was einen sehr unprofessionellen Eindruck macht.

Lieben Gruß
Steffen

Offline Bika

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Re: Hochbegabung im Job
« Antwort #1 am: August 10, 2018, 12:54:30 Nachmittag »
Hallo Steffen,

Eigentlich mußt du es eher andersherum betrachten.
Deine HB kompensiert deine Aufmerksamkeitsstörung etwas, durch sie bist du trotzdem, wenn auch eingeschränkt, leistungsfähig.

Bei einer eindeutigen Hochbegabung, ohne ADS, ist eine breite Streuung auf verschiedene Interessengebiete nicht problematisch, weil man sich uneingeschränkt auf Themen konzentrieren kann und ungewollt aktivierte Assoziationsketten, bewußt stoppen kann.
Genau das  kann ein ADSler nicht.
Seine Gedankengänge  verästeln sich immer mehr und er kommt nicht oder oder nicht schnell genug zu zielführenden Ergebnissen

Leistung punktgenau und unter Druck sicher abzuliefern, gelingt nicht zuverlässig.

Mal kommt das Genie durch und beeindruckt den Chef, mal gelingt es kaum, einfache Arbeitergebnisse zeitnah zu präsentieren (weil man vielleicht gerade von faszinierenden, artverwandten Themen und Gedanken abgelenkt wurde) und der Chef ist  irritiert.

Ich würde dringend raten, die ADS zu therapieren.

LG