Autor Thema: Zahlen und Wörter legen mit 2,3 Jahren- hochbegabt oder nur wissbegierig?  (Gelesen 1768 mal)

conanima

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Ich frage mich, ob mein Sohn (2,3) hochbegabt ist und ob die Montessorischule für ihn später in Frage kommt. Würde mich freuen, wenn sich einige melden, dessen Kinder in diesem Alter ähnliche Fähigkeiten hatten und was daraus wurde :)
Also, mit 1 konnte er alle kyrillische Buchstaben benennen, jetzt mit 2,3 kennt er alle russische und deutsche Buchstaben(Russisch ist seine Muttersprache, Deutsch hört er von uns ab und zu), versucht erste Wörter aus Holzstöcken zusammenzulegen (dabei muss der Buchstabe auch erst aus mehreren Stöcken geformt werden). Genauso legt er 5-6 stellige Zahlen zusammen und will sie immer benannt haben. Zweistellige und einstellige Zahlen benennt er selbst. Dazu legt er auch noch mehrstellige römische Zahlen zusammen, auch wenn die Reihenfolge manchmal nicht stimmt! Das und das Büchervorlesen ist seine Hauptbeschäftigung am Tag, der er mit erstaunlicher Ausdauer hingibt. Er bittet uns ständig, die Wörter und Zahlen zu schreiben oder zusammenzulegen, so als ob er es tatsächlich gezielt von uns lernen möchte.Bücher liebt er auch über alles. Egal wo wir sind- auf der Straße, Spielplatz oder Supermarkt- überall sieht er Zahlen und will sie benannt haben. (Wörter auch). Er ist ein ruhiger Typ, vorsichtig, sehr kontaktfreudig, ziemlich sensibel (wie die Eltern), kann vor eher harmlosen Bildern im Buch richtig Angst bekommen (mit Weinen). Motorisch ist er eher durchschnittlich bis schlecht begabt (oder nur "bequemlich"?), will viele Sachen nicht alleine machen (z.B. selber essen, Wasserglas beim Trinken halten, malen etc.). Mit dem Sprechen hat er spät (mit 2) angefangen, aber das liegt auch in der Familie. (Spricht jetzt Zwei-Wort-Sätze). Wer erkennt in dieser Beschreibung sein Kind wieder? Wie war euer Weg später verlaufen? Also welche Grundschule, Klasse überspringen, Montessorischule ect..?

Offline sultana

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Re: Zahlen und Wörter legen mit 2,3 Jahren- hochbegabt oder nur wissbegierig?
« Antwort #1 am: August 11, 2016, 08:16:21 Vormittag »
Hallo
Ehrlich, es ist egal "was" dein Sohn ist, er ist wie der ist und die Hauptsache ist ihn so gut es geht zu begleiten. p) Ich würde mich noch keine Gedanken über eine spätere Schullaufbahn machen, ihr werdet schon schnell merken, ob das KiGa (ist es geplant ?) für ihn passt oder nicht; daraus wird sich sicher viel ergeben. Entscheidend sind eher die Personen/ die Menschen und nicht das Konzept.
Aus unserer Erfahrung würde ich das ganze motorische eher fördern, es kommt später "kopflastige" Kinder zugute.

Offline Anekdote

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Re: Zahlen und Wörter legen mit 2,3 Jahren- hochbegabt oder nur wissbegierig?
« Antwort #2 am: August 11, 2016, 11:43:47 Vormittag »
Hallo und herzlich willkommen,

in dem Alter sind manche hochbegabten Kinder schon auffällig, andere noch nicht. Die überwiegende Anzahl von Intelligenzforschern sagt, dass man in dem Alter noch nichts messen kann. Einige wenige machen das dennoch.
Dein Kind ist pfiffig. Geht einfach weiter darauf ein, wenn Fragen kommen. Man kann es jetzt noch nicht sagen. Ich wäre auch sehr vorsichtig, im allgemeinen Umfeld solche Vermutungen zu äußern.

Mein Kind war auch sprachlich den anderen weit voraus. Wir zogen die Blicke auf uns, wenn der Stöpsel, der noch nicht alleine laufen konnte, den Mund auf machte. Das Laufen kam zu einer normalen Entwicklungsstufe, alles andere kann man sagen, war recht zeitig. Die motorische Entwicklung nach dem ersten Laufen war auch sehr gut.

Buchstabenlernen so etwa ab zweieinhalb. Sie malte immer gerne, also wurden auch Buchstaben gemalt und das überall, an der Wand, auf der Straße, der Terrasse oder in der Badewanne mit so Wasserstiften (Geschenk ihrer älteren Schwester, ich habe geflucht ;) ).  Ab drei Jahren konnte sie ihren Namen, Mama, Oma und andere Namen der Familie in Großbuchstaben schreiben und sie wollte englische Wörter hören. Es ging im gestreckten Galopp vorwärts. ;)  Sie wurde mit fünf Jahren eingeschult, ein in Hochbegabung sehr erfahrener Psychologe hatte sich dafür, der Kindergarten dagegen ausgesprochen. Die Schule wieder dafür.

Große Gedanken um Schulllaufbahnentwicklung musst du dir jetzt noch nicht machen, denke ich. Wenn er so fit und aufgeschlossen bleibt, könntet ihr überlegen, ihn eher einzuschulen. Das geht aber nur, wenn seine Entwicklung in anderen Dingen auch auf einem guten Stand ist. Ihr habt ja noch Zeit.

Viel Spaß mit dem kleinen Racker!
« Letzte Änderung: August 11, 2016, 11:52:08 Vormittag von Anekdote »
Liebe Grüße
Anekdote


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