Es gibt hochbegabte Menschen, die wie besessen arbeiten. Sie überraschen ihre Mitmenschen durch ihr Tempo, ihre Einsatzbereitschaft und ihr Leistungsniveau. Nach Beendigung eines Arbeitsauftrags stürzen sich manche auf die nächste Aufgabe. Ihr wacher Geist gefordert ständig neue Nahrung. Sie brauchen immer etwas zu tun.

Andere Hochbegabte hingegen tun nach Beendigung einer größeren Arbeit lange Zeit keinen Handschlag mehr.
Denn eine innere Leere überkommt sie. Sie fühlen sich traurig und antriebslos, weil sie keine Aufgabe haben, die sie erfüllt. Statt den Erfolg zu genießen, folgt eine Phase der Lethargie und Niedergeschlagenheit. Es dauert eine ganze Weile, bis sie sich wieder einer neuen Aufgabe widmen können. Das sind sozusagen Saisonarbeiter.

Kennen Sie dieses Phänomen der Saisonarbeiter auch?

Fragt Anne Heintze

Saisonarbeiter
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2 Kommentare zu „Saisonarbeiter

  • 26/04/2010 um 22:20
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    Ich gehöre wahrscheinlich eher zur erstgenannten Gruppe. Allerdings erfülle ich Pflichtaufgaben, wenn auch mit Ehrgeiz und Perfektionsanspruch, mit einem starken inneren Stressgefühl (ich will sie quasi weg haben), während ich bei Aufgaben, die mich interessieren nicht nur „wie besessen“ arbeite, sondern mich dabei auch noch gut fühle. Aber auch die Beschreibung, die „Saisonarbeiter“ „charakterisiert“, kommt mir nicht unbekannt vor.

  • 02/05/2010 um 21:14
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    Würde für mich sagen, dass eine Mischung zutrifft: arbeite viel, intensiv, ‚unter Hochspannung‘ und mit einer guten Portion Perfektionismus, und wenn dann ein Projekt etc. abgeschlossen ist, folgt Leere bis hin zur Depression. Habe mir allerdings im Laufe der Zeit (unbewusst) ‚antrainiert‘, diese Pausen (und damit die Tiefs) nicht zuzulassen. Auch insofern erst einmal kein Problem, weil mir immer genug Aufgaben/Ideen/Projekte einfallen. Und funktioniert(e) – bis hin zum burn-out. Bin also gewissermaßen ein ‚verkappter‘ Saisonarbeiter ‚unter Aktivismuszwang‘. Es spielt wohl auch immer die Angst mit, irgendwann aus dem Tief nicht mehr herauszukommen und deshalb lieber gleich wieder Vollgas zu geben.

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