Des Öfteren steht in den Blogs der Experten, dass ein geringes Schlafbedürfnis kein Anzeichen für Hochbegabung ist. Sicher variiert das Schlafbedürfnis von Mensch zu Mensch. Es stimmt, ein Kind das wenig schläft, muss deshalb noch längst nicht hochbegabt sein.

Jedoch berichten Eltern von getestet hochbegabten Kindern sehr häufig, dass ihre Kinder weniger schlafen.

Diese Kinder kommen abends nur schwer zur Ruhe, weil der Kopf noch so viele Probleme zu lösen hat. Wenn Kleinkinder nachts noch aktiv sind und nach Büchern verlangen oder die ein oder andere Frage beantwortet haben wollen etwa wie „Mit welchem Buchstaben fängt das Wort Baum an?“ dann ist das mitunter anstrengend für die Eltern. Doch es ist Realität in vielen Haushalten mit hochbegabten Kindern und für die Eltern nur schwer zu unterbinden. Da helfen keine Bücher über den Schlafrhytmus eines Kindes oder Schlafrituale. Es ist ganz schwierig diese Kinder zum Abschalten und Einschlafen zu bewegen.

Es gibt Berichte von Eltern wo Kinder mitten in der Nacht wach werden und die Eltern Löcher in den Bauch fragen. Zur Ruhe in einer solchen Situation kommt nur derjenige, der sich frei macht von den Meinungen und Empfehlungen der allwissenden Bekannten und Verwandten und den Weg geht, der für dieses Kind am besten funktioniert. Bei uns war das, das Kind einfach machen lassen. So war endlich kein Geschrei mehr im Kinderzimmer abends um acht, wo in anderen Kinderzimmern für gewöhnlich das Licht ausging.

Schlafbedürfnis hochbegabter Kinder
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7 Kommentare zu „Schlafbedürfnis hochbegabter Kinder

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  • 27/02/2010 um 14:00
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    Hm, das ist eine interessante Theorie.

    ich kenne sowohl hochbegabte Menschen, die schon in ihrer Kindheit mit sehr wenig Schlaf auskamen und morgens in aller Herrgottsfrühe draußen herzumliefen und Gedichte schrieben.

    Aber ich kenne auch andere.

    Da ich mit hochbegabten Kindern und Jugendlichen arbeite, bekomme ich in Gesprächen mit ihnen auch einiges über ihr schlafbedürfnis mit.

    Einige Kinder können nachts nur schlecht schlafen, weil sie gedanklich nicht abschalten können oder noch so viel machen und erleben wollen.

    Andere haben kein Problem damit, abends recht früh ins Bett zu fallen und bis zum Weckerklingeln durchzuschlafen.

    Eine Schülerin berichtete mir, dass sie viel Schlaf brauche und auch an viel schlaf gewöhnt wäre.

    Ich denke, das alles hat nicht in jedem Fall etwas mit Hochbegabung zu tun. Jeder Menshc ist da anders, jeder Hochbegabte auch.

    Menschen auf ihre Begabung(en) zu reduzieren, ist zwar oft die Regel, gerade bei Hochbegabten, aber genau das finde ich persönlich schade.

    Wir sind normale Menschen wie andere auch.

    Nicht jede(r) wird meiner Meinung sein, ich weiß.

    Dennoch äußerte ich sie hier.

  • 27/02/2010 um 14:18
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    Und das ist auch ausdrücklich erwünscht. Herzlichen Dank.

  • 21/04/2010 um 19:24
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    Unser Kind ist so eines, das von jeher wenig Schlaf brauchte. Schon mit knapp einem Jahr war an Mittagsschlaf nicht mehr zu denken, geschweige denn an schnelles, friedliches Einschlafen am Abend. Da dies bei mir als Mutter ebenso gewesen sein soll, war mein Vater damals auch der erste der den Verdacht Hochbegabung in den Raum stellte. Bestätigt wurde dieser von offizieller Seite mittels Test zwar erst knapp 6 Jahre später… aber recht behalten hat er ;-)
    Und unser Sohn hat auch heute noch Probleme abends einzuschlafen, er liegt oft lange wach und ich höre dann wie er selbstgespräche führt.
    Trotzdem glaube ich auch das es nicht zu den klassischen „Symptomen“ einer Hochbegabung gezählt werden kann. Es gibt auch viele Kinder die abends schlecht einschlafen, die nicht hochbegabt sind.

  • 21/04/2010 um 22:54
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    Herzlichen Dank Barbara für dieses interessante Feedback.

  • 14/04/2011 um 14:38
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    Auch ich habe mit einem extrem wenig schlafenden Sohn quasi von seinem ersten Lebenstag „gerungen“ – nicht in dem Sinne, als dass es besonders zu Konflikten kam, aber ich habe unter den daraus resultierenden Belastungen gelitten. Wenn man als junge Mutter schon einen Schlafentzug durch die Stillzeiten nachts hat, dann ist es „hart“, wenn es am Tage auch mit einem Säugling oder Krabbelkind kaum längere Ruhezeiten gibt. Nach den ersten 1 1/2 Jahren kam ich völlig „auf dem Zahnfleisch“ daher, und an ein zweites Kind war kaum zu denken. Der Mittagschlaf in der Kinderkrippe ist dann alsbald auch flach gefallen.
    Da ich selber hochbegabt bin, und mich an mein eigenes Aktivitätslevel in der Kindheit erinnert habe, habe ich auch nie erzieherisch darauf eingewirkt. Mein Motto war immer: ein müdes Kind schläft auch. Mit 6 wurde dann beim Sohn eine eindeutige Hochbegabung festgestellt; er schläft schon seit dem Alter von 5 trotz Ganztagskindergarten bzw. Grundschule bis 16h abends erst gegen 22:00 – 22:30h ein, und das, nachdem er viele Bücher und Zeitschriften gelesen hat. Ich lasse ihn machen, knipse aber dann irgendwann das Licht aus, wenn er den Sprung selber nicht schafft. Die Schulleistungen sind trotz wenig Schlaf hervorragend, gerade eine Klasse übersprungen.
    Nichtsdestotrotz kommt von Dritten Unverständnis…man könne ihn doch nicht so lange machen lassen, das ginge doch nicht…aber ich meine, außer Konflikten, weil Kind sich total unverstanden fühlt, bringt „Erzieherisches“ hier nicht.
    Ich muss sagen: zum Glück habe ich mich intuitiv darauf eingestellt, aber ich bin froh, nochmal hier viele Infos darüber erhalten zu haben, dass eben die extreme und auffällige Wenig-Schlaferei eine Begleiterscheinung der Hochbegabung sein kann.
    Für andere Mamas vielleicht auch interessant: es handelt sich nicht um ein Problem des Nicht-Einschlafens bei Müdigkeit. Das Kind ist einfach und definitv nicht müde, wo andere Kinder schon längst und lange müde sind.

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