Intelligenz und Intelligenztests – Mythen und Aufklärung

Die kursierenden Mythen bezüglich Hochbegabung und Intelligenz sind Thema dieses Blogs.

Heute möchte ich einen Beitrag aufgreifen, der eine ganze Kollektion an Falschinformationen zum Thema Intelligenz und Intelligenztests unter die Leute bringen möchte. Auf der Seite des „Zentrum für Gesundheit“ in der Schweiz stellte man sich folgende Frage:
„IQ Test – Wie sinnvoll ist er“ ohne sie letztlich auch nur halbwegs gut beantworten zu können. Der Nutzen der Intelligenztests wird dabei völlig zu Unrecht in Frage gestellt.

Der erste Fehler passiert bereits in der Eingangsfragestellung:

"Der Intelligenztest misst vieles, doch gelingt es ihm auch wirklich, die tatsächliche Intelligenz des Menschen zu beurteilen?"

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Ist es ein Gepard?

Oder – wie wir besser mit hochbegabten Kindern umgehen

Wer hat sich nicht schon einmal gefragt, warum Johanna, das Kind in der Bekanntschaft, das ja hochbegabt sein soll, eigentlich keine besonderen Leistungen zeigt. Sie wirkt doch wohl wie ein ganz normales Kind. Geht brav zur Schule und ist nicht einmal die Klassenbeste. Wie kann das Kind denn hochbegabt sein?

Oder Paul, der immer wieder stänkert, nicht zuhört und in die Klasse reinruft. Wie können die Eltern nur solch schlechtes Betragen mit einer Hochbegabung entschuldigen? Wenn er so schlau ist, würde er doch wissen, dass man den Unterricht nicht stört.

Wer wissen möchte, warum hochbegabte Kinder nicht immer so sind, wie sie in den Medien gerne präsentiert werden, nämlich als kleine Einsteins oder Klavierspieler, die ihre eigenen Stücke komponieren, sollte die Metapher vom Geparden lesen.

Sehr anschaulich wird hier erklärt, wie es kommt, dass hochbegabte Kinder nicht immer automatisch exzellente Leistungen bringen.

Lesen sie selbst: Ist es ein Gepard?

Hier das Original in Englisch: Is it a Cheetah?

Zu sozialen Defiziten hochbegabter Kinder

Ich bin froh, kein hochbegabtes Kind zu haben, denn diese haben meist soziale Defizite. Welch Elternteil eines hochbegabten Kindes hat das nicht schon einmal gehört?

Schauen wir uns ein paar Beispiele an, wie sich hochbegabte Kinder in bestimmten Situationen verhalten und warum:
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Vorzeitige Einschulung ‚Lasst das Kind noch spielen!‘

Wenn es um die Frage der vorzeitigen Einschulung eines Kindes geht, stehen Eltern von Kindern häufig vor Aussagen wie dieser: „Lasst das Kind noch spielen!“ oder „Ihr nehmt dem Kind die Kindheit!“.

Wer sein Kind vorzeitig einschulen lassen möchte, dessen Kind ist meistens aufgefallen durch frühes Erlernen des Lesens und Schreibens oder durch anhaltendes Interesse an speziellen Themen und einem hohen Wissenstand auf dem Gebiet.

Manche kluge Kinder beginnen damit noch im Kleinkindalter. Ein Kind, das mit drei Jahren anfängt zu lesen und in der Kita mitbekommt, wie die Großen auf die Schule und das Lernen vorbereitet werden, wird möglicherweise bald den Wunsch äußern selbst zur Schule gehen zu wollen.

Diese Kinder fallen im weiteren Verlauf oft dahingehend auf, dass sie sich wenig an Gruppenaktivitäten beteiligen, sich häufig verschließen. Die ruhigeren introvertierten leiden oft still vor sich hin, dass niemand da ist, der sich mit ihnen beschäftigt, auf ihre Fragen eingeht.

Da sie mit Gleichaltrigen oft nur wenig anfangen können, orientieren sie sich lieber an älteren Kindern, falls diese das zulassen, oder an Erziehern, die einzelnen Kindern häufig nicht so viel Aufmerksamkeit schenken (können), wie es nötig wäre.

Die Kinder müssen sich in der Kita einfügen, anpassen und ihre Interessen zurückstecken, was auf die Dauer zu Verhaltensstörungen und zu gesundheitlichen Problemen führen kann.

Die Selbstbewussteren unter ihnen, sehr häufig die Jungs, fallen oft dadurch auf, dass sie Gruppenaktivitäten stören, sich nicht an Stuhlkreisen beteiligen wollen und stets ihr umfangreiches Wissen an den Mann bringen wollen. Das kann zu verbalen und körperlichen Ausrutschern führen. Ob auffallend ruhig und zurückgezogen oder der Störenfried, der die Gruppenaktivität stört, solche Auffälligkeiten besonders intelligenter oder gar hochbegabter Kinder werden oft als soziale Schwächen interpretiert. Mangelnde Anpassungsfähigkeit wird den Kindern als Schwäche zur Last gelegt, sie werden gerügt und in der Folge auch ausgegrenzt.

Oft ist es so, dass in den Kindertagesstätten nicht erkannt wird, dass solche Kinder eben weniger freies Spiel benötigen. Sondern sie brauchen mehr Zuwendung, Anleitung und Beschäftigung mit Themen, die bei den Kindern stark im Fokus stehen, wie etwa der Umgang mit Zahlen und Buchstaben. So wollen sich die kleinen Forscher schrittweise die Welt der Erwachsenen erschließen und das völlig eigenmotiviert und ohne Anstöße durch die Eltern.

So werden nach und nach Fähigkeiten und Fertigkeiten aufgebaut, Überschriften gelesen die zunächst aus Großbuchstaben bestehen, mit Zahlen experimentiert. Alsbald hört man dann Sätze wie diese von seinem Knirps: „Mama fahr bitte langsamer, ich will das Schild lesen“, „Mama lass uns mal bis Tausend zählen“ oder „Mama wie machen die Pflanzen die Luft die wir atmen“.

Kinder wie diese haben am Kindergartenalltag manchmal wenig Freude und äußern dies auch. Sie weigern sich mal mehr, mal weniger stark in die Einrichtung zu gehen, die eigentlich zuständig ist, die Kinder auf das Leben in der Schule vorzubereiten.

Eltern in dieser Situation tun gut daran, zu prüfen ob das Kind die Voraussetzungen für eine vorzeitige Einschulung erfüllt. Sie können das tun bei Psychologen mit Erfahrungen im Bereich der Begabungsdiagnostik oder auch beim schulpsychologischen Dienst. Es ist die Frage zu klären, was für das Kind problematischer wäre, das Verbleiben in der Einrichtung, wo man ihm nicht immer gerecht wird und wo es sich oft langweilt oder dass das Kind bei einer vorzeitigen Einschulung eines der jüngsten sein wird und noch recht klein. Das Tragen des Schulranzens, die Konfrontation mit Älteren und kräftigeren Kindern und die körperlichen Nachteile beim Sportunterricht sind die Hauptprobleme.

Da es in der Kita eher weniger Möglichkeiten gibt, auf die speziellen Bedürfnisse solcher Kinder einzugehen, stellt die vorzeitige Einschulung mitunter die einzige Möglichkeit dar, dem Wissensdrang besonders begabter Kinder gerecht zu werden. Von Seiten der Länder wurde hier bereits der Schritt unternommen, dass es kein vorgeschriebenes Mindestalter mehr für die Einschulung gibt, sondern dass die Entwicklung eines jeden Kindes individuell betrachtet werden sollte.

Wichtig! Es wird kein Kind ungeprüft vorzeitig eingeschult, nur weil „ehrgeizige“ Eltern das gerne hätten.

Bringen Sie dem Kind nicht soviel bei

oder „Üben Sie mit dem Kind nicht soviel lesen und schreiben.“ oder „Das ist ja antrainiert.“

Diese Dinge hört man häufig wenn ein wissbegieriges Kleinkind beginnt sich für Buchstaben und Zahlen zu interessieren oder gar schon liest und die Umgebung bekommt es mit.

Dann muss man sich vorstellen, dass Eltern eines Kindes doch nur auf das reagieren, was das Kind möchte. Will das Kind nachdem es laufen gelernt hat seine ersten Schritte auf der Treppe machen, dann hilft man ihm die Aufgabe möglichst souverän zu meistern und man lobt es für die Anstrengung die es auf sich genommen hat, sich die hohen Treppenstufen zu erkämpfen. Das Kind ist danach glücklich über den kleinen Sieg den es errungen hat und hochmotiviert, den nächsten Gipfel zu erklimmen.
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Schlafbedürfnis hochbegabter Kinder

Des Öfteren steht in den Blogs der Experten, dass ein geringes Schlafbedürfnis kein Anzeichen für Hochbegabung ist. Sicher variiert das Schlafbedürfnis von Mensch zu Mensch. Es stimmt, ein Kind das wenig schläft, muss deshalb noch längst nicht hochbegabt sein.

Jedoch berichten Eltern von getestet hochbegabten Kindern sehr häufig, dass ihre Kinder weniger schlafen.
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