Gedacht: Der Junge ist hochbegabt

Ich nehme Bezug auf den Artikel in der Märkischen Allgemeinen vom 12.07.12 von Laura-Sophia Schulz „Der Junge ist hochbegabt“

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Ergänzung:
Da der Artikel leider nur noch kostenpflichtig zu beziehen ist, deshalb eine kurze Zusammenfassung.
Frau Schulz führte an, dass ihre Nachbarin wohl überreagiere, weil sie sich frühzeitig Sorgen um die Beschulung ihrer vermeintlich hochbegabten Kinder machte. Schnell wurden Eltern die so oder ähnlich reagieren als übertrieben besorgt und ehrgeizig abgestempelt, wo doch die Kinder völlig normal sein müssen, weil sie die selben Klamotten tragen und Radfahren wie andere.

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Brandenburg liegt nordöstlich in der Republik. Böse Zungen munkeln immer wieder, Neuerungen kommen im Norden immer etwas später an. Und  es scheint sich tatsächlich noch nicht bis dahin herumgesprochen zu haben, dass längst nicht an jeder Grundschule Bildung das höchste Gut ist. Und ebenso scheint es sich nicht herumgesprochen zu haben, dass auch hochbegabte Kinder ein Recht auf Bildung haben, sie in der Grundschule jedoch diesbezüglich häufig nicht auf ihre Kosten kommen.

Wobei es nun wirklich keine Neuerung mehr ist, dass hochbegabte Kinder Schule häufig eben doch anders erleben, als manche Erwachsene sich das vorstellen können. Generationen von hochbegabten Kindern litten darunter, dass sie in der Schule, vor allem der Grundschule, in ihrem Wissensdrang nicht nur nicht gefördert sondern auch stark ausgebremst wurden.

Und so erleben hoch intelligente Kinder diese häufig als Ort der ewigen Wiederholungen, des Abwartenmüssens, der Langeweile und nicht zuletzt als den Ort an dem ihre kreativen Ideen nur allzuoft nicht willkommen sind.

Wenn Eltern merken, ihr Kind ist anderen in seiner Entwicklung deutlich voraus, ist es nicht nur ihr Recht, sondern auch ihre Pflicht, sich über den Verlauf des Bildungsweges Gedanken zu machen. Manches Kind hat es schon als zu spät empfunden, wenn Eltern, nachdem das Kind eingeschult und auffällig wurde, erst begonnen haben die Weichen zu stellen.

Wer sollte sich denn sonst Gedanken über die Entwicklung eines Kindes machen, wenn nicht die Eltern?

„Auf die Fähigkeiten besonders intelligenter Schüler einzugehen, ist ein Gebot der Menschlichkeit.“ Rainer Werner, Pädagoge und Buchautor

Lesen Sie auch: Vorzeitige Einschulung ‘Lasst das Kind noch spielen!’

Veröffentlicht von

Heike Werneburg

Studiert Soziologie, Erziehungswissenschaften und Psychologie an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz.

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