Donnerstag, März 18, 2010 Thema Aktuelles, Die Vorsprünge

Verdacht auf Hochbegabung – Testen von Vorschulkindern?

von Eine Mama

Man hat den Verdacht auf Hochbegabung meistens deshalb, weil sich ein Kind nicht altersgerecht entwickelt. Das Kind fällt dadurch auf, dass es in der Entwicklung den meisten Gleichaltrigen schon sehr voraus ist.

Die Zeichen: Oft spricht ein Kind auffällig früh in Sätzen und beschäftigt sich oft schon im Kleinkindalter mit Büchern, mit dem Lesen oder gar dem Schreiben. Es kennt schnell Textpassagen aus Büchern oder Lieder auswendig, hat ein ausgeprägtes Ortsgedächtnis und kann schon vernetzt denken. Es interessiert sich für vielfältige und komplexe Themen, zeigt schon früh mathematische Geschicklichkeit. Es beschäftigt sich intensiv und ausdauernd mit seinen Interessen. Es kommen Dinge hinzu wie Sensibilität, Ungeduld und Frustrationsintoleranz. “Ich will das jetzt gleich wissen / können.” Auf Misserfolge oder unerwünschte Reaktionen der Umwelt reagiert es oft mit eskalierender Stimmungslage und Wutanfällen. Eltern beginnen an ihrer Erziehung zu zweifeln.

Es entstehen Konfliktsituationen die einer Lösung bedürfen. Was haben wir verkehrt gemacht, dass unser Kind so heftig und altersuntypisch regiert? Das Kind ist auffallend intelligent, es diskutiert wie ein sehr viel älteres Kind. In der Situation sind Eltern oft unsicher, wie sie sich am besten verhalten sollten.

Man fragt sich mitunter, wie man sich wieder durchsetzen kann oder sind schwere Erziehungsfehler gemacht worden? Beschäftigt man sich mit diesen Problemen, erfährt man, Hochbbegabung kann eine Möglichkeit sein.

Eine Hochbegabung kann man nur durch Test feststellen!

Die Frage ist dann wann, wo und durch wen wird getestet?
Doch hier herrscht große Unsicherheit und Angst das Kind zu überfordern.

Der Verdacht, das Kind ist intelligenter als die große Masse, wirkt erstmal wie ein Schock. Wie soll man darauf reagieren? So ein Kind muss gefördert werden heisst es von überall. Doch wie geht das?

Von Seiten der Kita kommt häufiger der Wunsch, das Kind möge mehr aus sich herausgehen, sich besser ins Tagesgeschehen integrieren oder auch es möge sich weniger auffällig und störend verhalten. Hinzu kommt auch, dass es schwierig wird, so ein Kind überhaupt noch in die Kita zu bewegen.

Doch je mehr versucht wird, den kleinen Forscher zwangsweise anzupassen, umso schwieriger wird die Situation für das Kind, umso schwieriger wird sein Befinden und auffälliger seine Reaktionen.

Hier sollte nicht die vornehmliche Frage sein, wie integriert man es am besten in der Gruppe, sondern wie erreicht man es, dass sich das Kind wieder wohler fühlt. Wer hier auf Mithilfe, Verständnis und Bemühen geschulter Erzieher trifft, braucht eigentlich keinen Test.

Häufig ist das jedoch nicht der Fall und Expertenrat ist gefragt. Junge Kinder sollten ausschließlich von auf Hochbegabung spezialisierten und erfahreneren Psychologen getestet werdenm, denn gerade bei jungen Kindern spielt die Motivationslage eine große Rolle. Der Tester sollte in der Lage sein, sich gut auf das Kind einlassen zu können und zu diesem eine vertrauensvolle Bindung herzustellen.

Das funktioniert möglicherweise nicht gleich beim ersten Kennenlernen. Mehrere Termine sind nötig und eine solche Beratung und Diagnostik muss in den meisten Fällen von den Eltern bezahlt werden. Doch beim Spezialisten erfahren Eltern, wie sie das Kind weiter fördern können, ob eine vorzeitige Einschulung in Frage kommt oder besser ein Verbleib in der Kita und danach ein möglicher Sprung in eine höhere Klasse. Die Psychologen bieten oft Beratung und Schulung der Erzieher in Kita und eine weitere Begleitung an. Doch um Aussagen treffen zu können, wird es auf einen Test hinauslaufen.

Zum Test selber bleibt zu sagen, dass es den Kindern meistens Freude bereitet und sie sind motiviert bei der Sache, sobald sie merken, sie werden ernst genommen und bekommen Aufgaben die sie nicht unterfordern.

Sollte eine Pause nötig sein, kann ein Test auch unterbrochen und an einem anderen Termin fortgeführt werden. Ein Testalter ab vier Jahren ist ideal. Ein Entwicklungstest im Vorschulalter dient nicht dem punktgenauen Herausfinden des IQ, eher der Feststellung einer allgemeinen Tendenz oder auch zum Aufspüren von Problemen in der Wahrnehmung und Informationsverarbeitung, die zu angesprochenen Verhaltensauffälligkeiten führen können und so frühzeitig angegangen werden können.

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3 Kommentare zu “Verdacht auf Hochbegabung – Testen von Vorschulkindern?”

  1. green.elfchen sagt:

    Hallo,
    ich finde diesen Bericht sehr interessant und zu treffend. Ich bin Mutter von 4 Kinder (19/17/11 u. 3 3/4 Jahre) und ausgerechnet unser Kleinster scheint sich in bestimmten Dingen schneller zu entwickeln als meine Großen. Er kam als Früchen auf die Welt und mauserte sich als echter Sonnenschein. Leider fing er nicht gleich an in unserer Sprache zu reden sondern entwickelte seine eigene. Am Anfang war das lustig, aber mit 2 Jahren sollte er dann doch schon irgendwann mal anfangen richtig zureden. Das machte er dann auch und wenn ich das so aufschreibe merke ich wie schnell er sich eigentlich entwickelt hat. Das mit der Sprache ging dann ganz schnell und mit vielen Sprüngen. Er telefoniert sehr gern und Schlösser auf und zu machen war kein Problem für ihn. Leider hatten wir im KIGA totale Probleme, weil er nie mit altersgerechten Spielzeug spielte und seine Sprache nicht verstanden wurde- ist er immer in die Gruppe und hat nur die anderen Kinder geärgert. Das ging solange bis ich den Kleinen wieder aus der Gruppe genommen habe und bei mir zu Hause betreue. Auch hier war das mit dem Spielen nicht möglich – Bausteine , Legozüge usw. sind einfach nicht interessant genug für ihn.
    Man fängt echt an an sich zu zweifeln- was läuft hier falsch!? Mit 3 Jahren als er dann richtig und komplett, ordentlich redete waren dann auch sofort Buchstaben und Zahlen interessant. Kinderlieder hört er sehr gern an und konnte diese dann nach dreimal anhören schon mitsingen. Mir ging das alles ziemlich schnell.
    In 3 Monaten wird er 4 Jahre alt und kann schon bis 20 Zählen, erkennt die Zahlen bis 12 , kennt die Buchstaben in Groß- und Kleinschreibung und telefonieren tut er immer noch gern – wobei er sich die Telefonnummern merkt und wir nur froh sein können das wir eine Flat haben. Sein Lieblingsspielzeug ist ein Lerncomputer von V-Tech – der eigentlich seiner Schwester gehört- jedoch noch nie soviel benutzt wurde wie jetzt. Er ist allerdings auch ein sehr Dominates und auch unheimlich anhängliches Kind. Er braucht viel Steicheleinheit und will immer wieder gedrückt werden. Unstimmigkeiten kann er gar nicht ab und will danach dann auch immer wieder “Freunde sein”- so ne Art Rückversicherung damit ja auch alles wieder in Ordnung ist.
    Es ist für Eltern sehr anstrengend eine solche kleinen Wirbelwind zu Hause zu haben, weil er ständig beschäftigt werden muss. Jetzt müssen wir einen anderen Kindergarten suchen, weil der alte nicht wirklich Interesse daran hat ihn aufzunehmen.
    Was macht man nun – gehe ich vorher zu einem Test oder nicht? Ist das nicht besser – damit Erzieher und auch wir als Eltern endlich mal Fakten haben?!?
    Ich finde es schrecklich das in dieser Gesellschaft alles was aus der Norm fällt als anstrengend angeseh wird und zur Seite geschoben wird.
    Am liebsten würde ich meine Kleinen da nicht raus lassen, was natürlich totaler Irrsinn ist.
    Würde mich freuen wenn man hier mehr Kontakte und Erfahrungen finden würde.
    Also bis bald mal!
    Viele Grüße
    green elfchen

  2. Eine Mama sagt:

    Liebes Elfchen,
    ja wie macht man es nun richtig? Du bist gerne ins Forum eingeladen, das dort ggf. nochmal näher zu besprechen. http://forum.schicksal-hochbegabung.de

  3. Zweiflerin sagt:

    Meine kinder sind komplett anders als oben beschrieben. Eins sprachliche Begabung ist meinen Kindern völlig fremd, im Gegenteil, sie sprachen erst mit drei Jahren. Trotzdem wurd bei meinem Großen ein hoher, aber nicht hb, IQ festgestellt. Als Begleitergebnis. Völlig unerwartet.
    Die Tochter wird gerade getestet, weil die Lehrerin ein ADS vermutete und der KJP einen Underchiever.
    Der Sohn ist ein kleiner Mathe-Crack und lief jetzt fast zwei Jahre unter ADHS, bis jemand (er sprach auch erst mir 3 Jahren und dann ein Jahr lang ziemlich schlecht) seine hohe Intrelligenz bemerkte. Bei ihm fiel es aber wenigsten auf. Aber er ist der Problem-HB (wahrscheinlich, der genaue Test kommt nach), von dem man so oft hört….

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