Bringen Sie dem Kind nicht soviel bei
von Eine Mamaoder “Üben Sie mit dem Kind nicht soviel lesen und schreiben.” oder “Das ist ja antrainiert.”
Diese Dinge hört man häufig wenn ein wissbegieriges Kleinkind beginnt sich für Buchstaben und Zahlen zu interessieren oder gar schon liest und die Umgebung bekommt es mit.
Dann muss man sich vorstellen, dass Eltern eines Kindes doch nur auf das reagieren, was das Kind möchte. Will das Kind nachdem es laufen gelernt hat seine ersten Schritte auf der Treppe machen, dann hilft man ihm die Aufgabe möglichst souverän zu meistern und man lobt es für die Anstrengung die es auf sich genommen hat, sich die hohen Treppenstufen zu erkämpfen. Das Kind ist danach glücklich über den kleinen Sieg den es errungen hat und hochmotiviert, den nächsten Gipfel zu erklimmen.
Dann kommt so ein Knirps und zeigt auf einen Buchstaben auf einem T-Shirt und fragt: was das ist, dann nennt man ihm den Buchstaben und vlt. noch das Wort was mit so einem Buchstaben anfängt. Und so gibt es eben Kinder die kaum aus den Windeln raus, bald das Alphabet beherrschen und zu lesen anfangen.
Soll man diese nun bremsen in ihrer Wissbegier?
Dem Kind auf der Treppe sagt man nicht, dass es noch zu jung ist zum Treppensteigen.
Sobald ein Kind merkt. Ich kann das, das macht mir Spaß, ist es hochmotiviert mehr und mehr in die Welt der Erwachsenen vorzudringen, die nunmal aus Zahlen, Zeichen und Buchstaben besteht. Ein solches Kind dann aufzuhalten mit einem Spruch wie “Das lernt man erst in der Schule, wenn man sechs Jahre alt ist.” kann für ein intelligentes und wissbegieriges Kind extreme Frustration auslösen. Denn es ist häufig auch sehr regelkonform und so steckt es in einem Zwiespalt und gibt alsbald enttäuscht die Erforschung neuer Wissensgebiete auf. Denn es ist noch zu klein dafür und möchte nicht gegen diese Regel verstoßen.
Auf diese Weise kann ein wissbegieriges Kind, auf dem schnellsten Wege zum Underachiever (Minderleister) werden, der mit enormen Potenzial ausgestattet ist, doch dieses nicht umsetzen kann. Ich halte es lieber so; wenn es irgendwie geht, auf die Fragen eines Kindes erstmal eine einfache und zufriedenstellende Antwort zu geben. Es gibt nach Möglichkeit kein “zu klein”, “zu jung”, oder “nichts für Dich”. Und so kommt es, dass es mitunter Kinder gibt, die lange vor dem sechsten Lebensjahr lesen und rechnen können und über ein enormes Wissen verfügen.
Das ist doch schön!
Wenn ein Vierjähriger das Fahrradfahren lernt, freut sich auch alle Welt über den Erfolg und das zu Recht!
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